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Faschingspredigt von Diakon Edgar Nubert

Narrenkappe8. Sonntag im Jahreskreis C – 03.03.2019

Lk 6,39-45  Den Blick in den Spiegel wagen

Ich grüß Euch alle, Ihr lieben Leut,

und freu mich, dass Ihr hier seid heut,

So will ich es mal wieder wagen,

Euch in Reimform etwas zu sagen.

Wie man es auch will drehen und wenden,

Fasching ist schließlich angesagt, an allen Ecken und Enden.

Der Organist zum Einzug ungewöhnliche Töne spielte,

mancher von Euch sogleich nach oben schielte.

Einer mag es, ein anderer nicht, 

was schließlich für eine gute Mischung spricht. 

Ihr Kirchenbesucher von nah und fern,

seid fröhlich und freut euch mit unserem Herrn.

 

In den letzten Wochen so manche Krankheit grassierte,

man aufpassen musste dass einem nichts passierte.

Nur nicht anstecken hieß es dann und wann,

Abstand halten also so gut man kann.

Doch wie wäre es wenn wir uns mit Hilaritas infizieren,

also Heiterkeit und Fröhlichkeit uns antrainieren.

Dies stünde uns Christen gut zu Gesicht,

denn es geht nicht um Erfüllung von Gebot und Pflicht.

Wir haben Sie doch die Botschaft, die frohe,

brauchen deshalb keine Angst zu haben dass uns Unheil drohe,

wer daran glaubt, in Gott geborgen ist,

dies gilt es vor Augen zu halten, damit man es nicht vergisst.

 

So lasst uns nun schauen, auf die Schrift, die heilige,

vor allem das Evangelium, das ist nichts für eilige.

Jesus, wie so oft in Gleichnissen spricht,

ansonsten wir ihn verstehen nicht.

Vier sind es die wir hörten heute,

um wachzurütteln alle Leute.

Die Rede ist von Blinden,

und jenen die den Meister finden.

Ein Splitter oder Balken oft im Auge ist,

was man gerne allzu leicht vergisst.

Schließlich von einem schlechten Baum,

der gute Früchte bringt, wohl kaum.

 

Das wichtigste Utensil ist doch der Spiegel,

das sag ich Euch mit Brief und Siegel.

Wenn ich hinein schau seh ich mich,

man muss die Worte also beziehen auf sich.

Können wir bei uns zulassen,

was anfangs ist doch nicht zu fassen?

Wo wir an andere Menschen dachten,

vielleicht sogar noch dabei lachten,

ich kehren muss vor meiner Türe,

ist unbequem was ich dabei spüre. 

Die anderen sehen was bei mir geht quer,

und das wiegt häufig ganz schön schwer.

 

Nicht nur im Fasching eine Maske tragen gerne wir,

meinen dabei auch noch es sei eine Zier.

So fragt Euch selbst: welch Maske habt Ihr an?

Sie wohl auch wechselt, dann und wann.

Ist es die Maske, die zum „wegschaun“ führt,

es wäre schlimm, was wohl jeder spürt.

Das alles läuft auf Selbsterkenntnis raus,

bewusst auch hier in unserem Gotteshaus.

Im Herzen sollen wir erkennen,

und vor uns selbst beim Namen nennen,

wie wir vor Gottes Antlitz sind,

wir sagen doch: Ich bin dein Kind.

 

ER sieht die Nöte, sieht das Fehlen,

das letztlich trübet unsere Seelen.

ER sieht auch unser gutes Wollen,

das gerne wir vertiefen sollen.

ER gibt uns auch für beides Kraft,

damit seine Liebe Raum bei uns schafft.

Ein schlechter Baum bringt Früchte schlecht,

ein Übel das uns nie ist recht.

In der Natur, da muss es bleiben,

und schwer ist Übel zu vertreiben.

In Gnade aber und in Segen,

da kanns im Herzen neu sich regen.

 

Darum streckt Gott die Hände aus

führt so uns aus der Tiefe raus.

ER streckt sie aus, um zu verwandeln

in Gutes ohne zu verschandeln.

Eine schlechte Zeit ist nicht das Ende

zum Guten gibt es noch die Wende.


Damit danach in Gottes Namen,

wir führen können die Blinden und  die Lahmen.

Damit der Balken kleiner werde,

und Heil geschieht auf unsrer Erde.

Weil wir von innen werden rein,

können so Gottes Zeugen sein.

 

Bei Paulus steht’s in seinem Brief

bei ihm den Gott zur Umkehr rief.

Die Unvergänglichkeit der Gnad

schließlich stärker ist als jede Missetat.

Sie schafft uns immer neu den Mut,

zu suchen was der Geist wohl tut.

Sie schafft Ausdauer schafft die Kraft,

die siegreich unser Mühen macht.

Das führet uns zum Himmel hin,

darin ich mir ganz sicher bin.

So lebe wer will sein gescheit,

vor sich und Gott in Ehrlichkeit.


Doch wenn wir mal schauen von unten nach oben,

dann gibt es in unserer Kirche nicht viel zu loben.

So mancher Maskenträger wurde enttarnt,

warum wurde vor diesen Menschen nicht gewarnt?

Skandale wurden aufgedeckt hier und dort,

Bischöfe und Papst sprachen ein erstes Wort.

In unserer Kirche sich vieles ändern muss,

auch wenn dies so manchem macht Verdruss.

Die Balken sind nicht zu übersehen,

so kann es wirklich nicht weitergehen.

Ich bin gespannt wo der Geist hinführt,

bisher man nur ein laues Lüftchen spürt.

 

Ein Modewort es ist in aller Munde, 

Fake-news dreht überall seine Runde.

Ob Trump, Putin, Orban, wie sie alle heißen,

sie mit den Balken um sich schmeißen.

Da sollten wir uns wirklich hüten,

damit wir nicht genauso wüten.

Denn es gilt im großen wie im kleinen,

man sollte mit dem Gewissen sein im reinen.

Ich sage es in vollen Zügen,

Fake-news sind nichts anderes als Lügen, Lügen

Und Lügen haben bekanntlich kurze Beine,

seid also wachsam ist die Botschaft, meine.

 

Doch damit möchte ich diese Themen beenden,

und mich erfreulicheren Dingen zuwenden.

Denn schon lange ist es guter Brauch,

den Blick zu richten auf unsere Gemeinde auch.

Was mir im letzten Jahr ist aufgefallen,

ich möchte mitteilen Euch allen.

Wir sind nun wieder der Seelsorger, vier,

somit gut ausgestattet, das wissen wir.

Jessica und Shibu unsere Neuen heißen,

sind friedlich und wirklich niemand beißen.

Die Frauenquote sich so deutlich verbessert hat,

von Null auf ein Viertel, glatt. 

 

In der Christmette es gleich zu einer Premiere führte,

als Frau und Mutter trug Jessica das Jesuskind, was manche berührte.

Sie nicht nur Familien, sondern auch Liebende hat im Blick,

am Valentinstag einen Gottesdienst für Liebende, sie findet schick.

Auch die Erstkommunion wird neu konzipiert,

mal sehen, wo das ganze hinführt. 

Pater Shibu wie sein Vorgänger Pater Thomas, ein Inder ist,

doch Inder ist nicht gleich Inder, wie Ihr zwischenzeitlich wisst.

Shibu packt mit an, ist sich für keine Arbeit zu schade,

lässt sich vor allem ein,– auf unsere Gröbenzeller Pfade. 

Doch merkt es Euch, er der Priesterliche Leiter der Seelsorge ist,

nicht der Pfarrer, ich hoffe, dass das keiner so schnell vergisst.

 

Er somit kann frei von aller Verwaltung agieren,

muss sich nicht in Managementaufgaben verlieren.

Hat somit Zeit für die Sorge um die Seelen,

darauf könnt Ihr jetzt alle zählen.

Für Personal und Verwaltung unser Roland Wittal ist der Chef,

als Pfarreibeauftragter er kann das aus dem Effeff.

Als Diakone wir in der Wirtschaft managen gelernt haben,

sind also auf dem Gebiet keine Waisenknaben,

Ob als gelernter Ökonom oder Ingenieur,

keine Aufgabe erscheint uns letztlich zu schwer. 

Doch dabei wir immer den Menschen haben im Blick,

schauen als Seelsorger dabei nicht zurück. 

 

Von guten und schlechten Bäumen wir haben gehört,

immer ist es wichtig, dass man vor der eigenen Türe kehrt.

Unsere Linde, sie gehörte zu den Bäumen den schlechten,

sie war Anlass, so manchen Streit auszufechten.

Der Gemeinderat jahrelang für die Erhaltung war,

doch die Kirchenverwaltung dabei sah, die Gefahr. 

Missverständnis auf Missverständnis sich ergab,

so mancher über den anderen brechen wollte den Stab.

Bis ein großer Ast sich selbständig machte,

und schließlich unter Getöse herunter krachte.

Die Gemeinde der Fällung nun zustimmte doch,

der Baum ist jetzt weg hinterlässt ein großes Loch.

 

Doch dieses wird nicht sein von Dauer,

der Gärtner, er liegt schon auf der Lauer,

mit einer 10jährigen Linde, die soll dort eine neue Heimat finden,

im Frühjahr ist es soweit, das kann ich schon verkünden.

Dies wird gefeiert mit einem richtigen Fest,

die Kirchenverwaltung sich hoffentlich nicht lumpen lässt.

An Blasmusik und Freibier ich dabei denke,

hoffentlich viele kommen, wenn ich dann ausschenke.

Ein weiterer Streitpunkt mit der Gemeinde ist nun geklärt,

der auch schon längere Zeit vor sich hin gärt.

Das Denkmal für die Opfer der Weltkriege wurde beim Rathausneubau vergessen,

das war für die Presse ein gefundenes Fressen.

 

Da frag ich mich, wie kann so etwas passieren?

Das schlägt schon gewaltig auf die Nieren.

Der Gemeinde wir geholfen haben bevor es wurde zu bunt, 

zur Zufriedenheit aller mit einem schönen Platz auf Kirchengrund.

Bedacht auf ein faires Miteinander, wie es ist guter Brauch,

wir beim Spatenstich des neuen Rathauses schließlich waren vertreten auch,

Wollen als Pfarrgemeinde auch stärken unser gesellschaftliches Profil,

so wie es auch unser neuer Pfarrgemeinderat machen will.  

Haben uns beteiligt bei „Gröbenzell ist bunt“,

am Pfarrfest gab es Biofleisch und veganes Essen, es war alles sehr gesund.

Eine Fahrzeugsegnung, von Bobbycar bis Pkw wurde neu angeboten,

für das Volksbegehren wurde geworben, damit erreicht werden, die Quoten.

 

Auch einen Blick lohnt es sich zu werfen durch den Spiegel auf die Liturgie,

ein Ausschuss nun gegründet wird, das ist eine neue Strategie.

Bin schon gespannt, was ich Euch kann im nächsten Jahr berichten,

doch zuerst möchte ich das bestehende Angebot etwas sichten.

Es scheint, dass Ihr es noch nicht alle wisst,

seit längerem eine monatliche Anbetungsstunde im Angebot bei uns ist.

Ohne Fehl und Tadel wir Christen anscheinend hier leben, 

ansonsten mehr als als einige wenige zu unseren Bußgottesdiensten würden streben.

Mit Dr. Nawar, dem Privatdozenten, ein wortgewaltiger Prediger bei uns spricht,

der mit Kritik an der Kirche und uns Christen spart dabei nicht.

Leidet an seiner Kirche, ob fehlende Menschenrechte oder falsche Sexualmoral,

deutliche Worte er liebt, spricht zum Glück an so manchen Skandal.

 

Zur Wandlung bei uns die meisten knien,

es wird so richtig laut, wenn sie zuvor die Bänke nach unten ziehn.

Bemüht Euch dabei, Ihr lieben Leut, 

dies vorsichtig und lautlos zu tun, ab heut. 

Der Filmclub schließlich sein 40jähriges Jubiläum mit einem Gottesdienst krönte,

thematisch angepasst auf der Orgel das Dschungelbuch ertönte.

Bei der Jahresschlussandacht die beiden Diakone sich sehr diakonisch gaben,

schenkten mit Ihren Frauen Champagner aus, daran konnte jeder sich laben.

Doch glaubt nicht, dass dies nun jedes Jahr so sein wird,

kann sein, dass sich da so mancher irrt.

Angebote zum mitfeiern gibt es bei uns noch viel,

kommt einfach, wir pflegen wirklich einen guten Stil.

Damit dies weiterhin so bleibt, Professor Eham uns einen Vortrag hielt,

er deutlich machte, dass Liturgie feiern heißt, was also weiterhin gilt. 

Denn alles soll geschehn, in seinem, Gottes, Namen,

so will ich also schließen mit dem Amen


Diakon Edgar Nubert