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Kreuzwegstationen

Jesus wird zum Tod verurteilt
1. Jesus wird zum Tode verurteilt
Die Figuren Pilatus und Jesus stehen sich als Gegensatzpaar gegenüber: Pilatus zerbricht den Stock - Jesus zerbricht das geknickte Rohr nicht, er nimmt es auf. Das bedeutet, dass Gott auch in Unheil-Situationen noch da ist. (= Heilsgeschichte) Zwischen Pilatus und Jesus gibt es eine Trennung durch eine Falte in der Metallfläche. Diese Falte ist näher an der Figur des Pilatus. Sie fällt auf ihn zurück und zeigt, dass er gefangen ist in seiner begrenzten Welt, während die Jesusfigur mehr Freiheit hat, denn Jesus ist nicht von dieser Welt, sein Gesichtsausdruck ist meditativ.
 Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
Jesus mit dem Kreuz und Maria Magdalena kniend - neben sich auf dem Boden Steine - schauen sich an. Jesus nimmt das Kreuz an. Die Steine sind die Steine, mit denen Maria Magdalena gesteinigt werden sollte. „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein."
 Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
Petrus wendet sich ab: er wollte Jesu Leiden verhindern (er schlägt einem Soldaten ein Ohr ab). Petrus schaut schon gen Ostern, wo er Erlösung erfährt. Das Kreuz - es steht für die Schuld - drückt Jesus nieder. Er nimmt uns das Kreuz ab und schaut uns an. Der Blick sagt: „Denk über dein Leben nach."
 Jesus begegnet seiner Mutter4. Jesus begegnet seiner Mutter
Jesus und seine Mutter, auf deren Schulter auch ein Stück Kreuz lastet. Am rechten Rand steht ein Baum mit Zachäus darauf. Maria und Zachäus - beide erfahren Heil in der Begegnung mit Jesus. Jesus nimmt Zachäus an, so wie er ist. Die Situation „Mutter sieht ihren Sohn leiden" ist eigentlich eine Unheil-Situation, aber in der Begegnung mit Jesus geschieht Heil.
 Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
Simon von Cyrene wird gezwungen, das Kreuz zu tragen. Die Distanz zwischen Jesus und Simon ist noch groß, aber aus dem Gezwungen-werden erwächst Heil. Jeder von uns könnte an Simons Stelle stehen. Wie Simon tragen wir das Kreuz oft gezwungener Maßen, aber wir dürfen auf Jesus schauen, der unser Kreuz trägt.
 Veronika reicht Jesus das Schweißtuch6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Links steht Veronika mit offener Hand. Hinter ihr drei Frauen. Im rechten Teil ist das Schweißtuch mit Jesu Bildnis dargestellt.
Veronika steht nicht für eine konkrete Person. Veronika erfährt etwas, was wir nicht begreifen können. - Das Bild Christi in ihr ist Geschenk Gottes. Wenn wir Jesus in uns aufnehmen, werden wir selbst zum wahren Symbol. Die anderen Frauen stärken Veronika den Rücken, sind aber selbst noch nicht so weit.
 Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Jesus fällt noch tiefer. Mit ihm sind 10 Gestalten abgebildet. Es sind die 10 Aussätzigen, von denen nur einer zu Jesus zurückkehrt, weil er begriffen hat, was passiert ist. Dieser eine steht für die Menschen, die in Jesus das Heil erfahren. Die anderen neun stehen im Abseits.
 Jesus begegnet den weinenden Frauen8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
Die Gesichter der Frauen haben keinen Ausdruck, ihre Haltung ist abwartend. Jesus sagt: „Weint nicht über mich, weint über euch und eure Kinder." Dies ist eine wichtige Mahnung. Jesus schaut die Frauen/uns an und erwartet eine Antwort. Es ist eine Einladung, sich zu öffnen. Wie offen bin ich? Macht eure Augen auf, dann wird euch das Heil begegnen. (Bibelstelle: „...dort konnte er keine Wunder tun")
 Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Links: zwei Krücken. Rechts: Jesus unter dem Kreuz am Boden. An Wallfahrtsorten sieht man oft Krücken aufgehängt. Die Krücken stehen für alles Schlimme Leidvolle im Leben. Wir können es dort lassen, ablegen.
 Jesus wird seiner Kleider beraubt10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
Jesus gegenüber steht der blinde Bartimäus. Jesus wird gedemütigt - er ist demütig. Bartimäus lässt den Mantel, alles liegen, um zu Jesus zu gelangen. Wenn das Äußere wegfällt, erkennen wir nichts mehr. Die Binde des Bartimäus steht auch für unsere Blindheit. Der (Blinden)stab ist der Stab des Heils parallel zum Kreuz.
 Jesus wird ans Kreuz geschlagen11. Jesus wird ans Kreuz geschlagen
Die Katastrophe schlechthin. Ausdruck purer Gewalt. Heil liegt darin, dass Jesus es geschehen lässt, weil es Gottes Wille ist, andernfalls würde Gott Engel schicken...
 Jesus stirbt am Kreuz12. Jesus stirbt am Kreuz
Im Kreuz ist Heil - Leben - Hoffnung. Ostern leuchtet bereits an Karfreitag durch. Die Figuren sind weiß - das Heil ist schon sichtbar. Auch das Kreuz (die Aussparungen des goldenen Kreises im Hintergrund) wird durch das Licht erleuchtet.
 Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt13. Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
Pietà-Darstellung mit zwei Figuren - Die Tochter des Jairus und Lazarus - zwei Personen, die schon zu Lebzeiten Jesu die Auferstehung erfahren haben. Sie sind Zeugen für das Leben nach dem Tod und führen zu Jesus.
 Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt14. Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
Links Lazarus, rechts seine Schwestern. Wie bei der ersten Station gibt es eine schräge Linie in der Darstellung. Diese Schräge steht für den Weg hinaus zum Leben. Lazarus verlässt das Grab, wie Jesus es verlassen wird. Auch Jesus ist, wie Lazarus, nicht im Grab geblieben. Die Binden sind die Erinnerung an den Tod. Die eine Schwester deutet auf Lazarus.