Pfarrgemeinde Gröbenzell - St. Johann Baptist
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Predigt zum Faschingssonntag von Diakon Edgar Nubert

Faschingspredigt 20186. Sonntag im Jahreskreis - 11.02.2018 - Faschingssonntag
Mk 1,40-45 Gott heilt uns.

Am Faschingswochenende ist - wie mir scheint,
es angebracht - dass die Predigt sich reimt.
So grüß ich alle, die heute sind gekommen,
die ganz Normalen und die sogenannten Frommen,
die etwas Müden und die ganz Wachen,
die besonders Starken und die Schwachen,
ich grüße die Kranken und die Gesunden,
die ziemlich Dünnen und die etwas Runden,
niemand fühle sich ausgenommen,
denn bei uns - sind alle herzlich willkommen.
Auch will korrekt ich mich verhalten,
und nun zuerst das Bibelwort entfalten.

So richtet sich mein erster Blick
auf das heutige Evangelium - zurück.
Denn diese Botschaft macht uns froh
und nicht umsonst - heißt sie auch so.
Sie bietet Kindern, Frau und Mann
Impulse für den Alltag an.
Bei Markus wird uns da berichtet,
wie Aussatz oftmals viel vernichtet.
Nicht nur ist die Gesundheit hin,
da steckt schließlich noch viel mehr drin.
Zur Einsamkeit der Aussatz führt,
die Kranken - sie sind völlig isoliert.
Sie waren, wie man heute sagt - tabu
vor allem keine Berührung - das kommt hinzu.
Zu Jesus ein Betroffener kommt,
wirft sich vor dessen Füße prompt.
Jesus streckt die Hand nach diesem Mann
berührt ihn sanft und spricht sodann:
Von nun an soll es anders sein,
ich will es - darum werde rein!
Sogleich der Aussatz ist verschwunden,
und Jesus spricht nun zum Gesunden:
Geh heim - doch vom Gescheh'nen schweig,
nur dich sogleich - den Priestern zeig!

Doch warum - so wird mancher fragen,
darf der Geheilte denn nichts sagen?
Die anderen sollen doch auch erfahren
von Heilungskräften - den wunderbaren.
Nun darauf würde Jesus meinen:
Ich will für euch nicht als Wundertäter nur erscheinen.
Was er will, sagt er ungeniert:
Vertrauen, das zum Glauben führt,
weil Gott die Menschen liebt,
und ihnen neues Leben gibt,
Glaube, der stärkt und die Richtung weist
und eine Zukunft uns verheißt.

Doch Aussatz gibt es wie mir scheint
auch heut' - denn nicht nur diese Krankheit ist gemeint,
uns unrein aussehen zu lassen
auch dies sollten wir mal erfassen:
Dazu zählt Streit und Hass und Neid,
böswillig zugefügtes Leid,
Kränkung und Nicht-Verzeihen können,
Lügen und betrügen muss man auch nennen.
Sich über andere zu erheben -
und jedes unchristliche Leben.
All das macht unsere Seele krank,
es wirkt wie Aussatz mit Gestank.

Von Herzen kann nur rufen ich:
Herr, komm zu mir und heil' auch mich!
Für Gott, ich sage es an dieser Stelle
gibt es keine hoffnungslosen Fälle.
Weil das, was krank macht, er besiegt,
wird klar, dass ihm an uns viel liegt.
Ja, wir sind für ihn wertvolle Geschöpfe
das muss nur rein - in unsere Köpfe.
Ich wünsche uns allen Gottvertrauen,
auf das wir unser Leben bauen.
Und wenn uns dies glaubhaft gelingt,
bestimmt der Funke auf andere überspringt.

Helfen wir allen, die noch suchen,
denn dazu sind wir ja berufen.
Durch uns sollen alle Menschen seh'n,
dass Gott wird immer mit uns geh'n.
Mit uns will er vor allen Dingen
einmal die Ewigkeit verbringen.
Soweit, so gut, die heilige Schrift,
die immer neu auch uns betrifft.
Als nächstes möchte ich Euch allen
mal sagen, was mir ist aufgefallen
im letzten Jahr - hier bei uns in der Gemeinde,
ich hoffe - ich mache mir da keine Feinde.

Das Volk, es hat nun keinen König mehr,
das bedauert der eine weniger - ein anderer sehr,
auch der Bischof ist schon lange nicht mehr unser Hirt',
doch bei wichtigen Ereignissen - er immer wieder angefordert wird.
Unser Förster hat auch gewechselt sein Revier,
er wirkt nun in Puchheim - in bekannter Manier.
Die Gemeindereferentin nach 10 Jahren schon vorher ging,
so erschwerte sich unsere Personalsituation - das war ein Ding.
Es blieben übrig der Diakone zwei,
ersehnten sich Hilfe - vom Ordinariat herbei.
Doch Priester sind in der Diözese heutzutage rar - wie ihr alle wisst,
wird nicht mehr lange dauern - dann wird die weiße Fahne gehisst.

Nach langem hin und langem her,
wir dachten schon - es wird nichts mehr,
es wurde überraschend eine Lösung präsentiert,
die letztlich auf dem Personalmangel basiert.
Roland Wittal hat nun auf - den Chefhut,
ich finde - er macht dies bisher ganz gut.
Ist umsichtig, bedächtig und kümmert sich um viel,
ist lernbereit, offen und pflegt einen guten Stil.
Das Miteinander ist ihm ganz wichtig,
nur so kann Gemeinde sich entwickeln - das ist richtig.
Eine bedeutende Rolle dabei unser neuer Priester spielt,
für die Liturgie er zuständig ist und dabei in die gleiche Richtung zielt.

Erinnern möcht' ich Euch Ihr lieben Leut'
was ich Euch verkündete - vor einen Jahr zu dieser Zeit:
„Seid vor allem freundlich zu Unbekannten - die hier erscheinen,
es könnte ja der neue Pfarrer sein - das will ich wohl meinen.
Besonders Migranten und Ausländern - gilt dabei der Augenmerk,
schließlich ist jeder fünfte Priester mit diesem Hintergrund am Werk."
Nun - ich will mich ja nicht selber loben,
doch so ist es gekommen - verordnet vom Ordinariat ganz oben.
Wir sind froh, dass wir unseren Pater Thomas haben bekommen,
der auch schon die ersten Hürden bei uns hat genommen.
Als indischer Ordenspriester er in Deutschland Entwicklungshelfer ist,
ob im Bistum Augsburg oder bei uns - er ist ein echter Christ.

Vieles ist für Pater Thomas bei uns neu - doch er lässt sich drauf ein,
bei manchen Dingen er staunt - wie wird das wohl sein?
Die Kirchweihnudeln vom Frauenbund - ob die wohl schmecken?
Zum Rorategottesdienst um 6 Uhr, da lass ich mich doch am besten wecken.
Manchmal er den ungläubigen Thomas spielt,
kann nicht glauben, dass sich um 6 Uhr in der Früh die Kirche hier füllt.
Ob an Heiligabend am Vormittag Leute zum Gottesdienst kommen?
Sie waren da - und zwar nicht nur die ganz Frommen.
Der Schalk ihm ein wenig im Nacken sitzt,
zum Schluss des Gottesdienstes - er manches sagt zugespitzt.
Er ist bedächtig und spricht nicht zu schnell,
man muss die Ohren spitzen - das ist nun mal sein Naturell.

Wie Ihr zwischenzeitlich mitbekommen habt,
für längere Einleitungen im Gottesdienst - er ist begabt.
auch zwischendurch er manches Gebet hat gern,
Meditationen zum Schluss bringen uns nahe - den wahren Kern.
Pater Thomas ist schließlich ein Meister der Dramaturgie,
er beweist es im Weihnachtsgottesdienst - das vergisst man nie.
Er greift nach der Predigt am Ambo - doch sie ist nicht hier,
schaut verloren zum Priestersitz - doch auch dort ist nicht das Papier.
Ein Diakon in die Sakristei eilt - doch nichts geschieht,
schließlich Pater Thomas - dort selbst nach dem rechten sieht.
Nach einiger Zeit - er wieder kommt zurück
hat dort gefunden - die Predigt, das gute Stück.

In der Vergangenheit - man immer wieder klagte,
man hört in der Kirche so schlecht - das Wort, das gesagte,
so wurde schließlich eine neue Lautsprecheranlage ausprobiert,
nach längerem hin und her - sie wurde dann fest installiert,
die Akustiker haben die Anlage nun optimal eingestellt,
wir haben bezahlt dafür - viel Geld,
wenn nun einzelnen das Wort immer noch nicht gut zufliegt,
dann ist es rätselhaft - woran das wohl liegt,
die meisten hören die Worte nun klar,
so soll es auch sein - fürwahr.
Sie keine Ausrede mehr haben - ich konnte ja nichts versteh'n,
sollen umsetzen das gehörte, - wenn sie aus der Kirche geh'n.

Wir feiern gerne - ob die Sonne scheint, es regnet, stürmt oder schneit,
sei es Adventsmarkt, Faschingsball oder Pfarrfest - es ist eine Freud.
Terminkollisionen es deshalb manchmal gibt,
dabei macht sich so mancher - unbeliebt.
Pfarrfest und Volksradeln auf einen Termin fallen sodann,
Gemeinderäte und Bürgermeister an unseren Tischen man so sehen kann.
20 Jahre Abend- und Morgenlob - wir feierten mit einem kleinen Fest,
Michael Kohmünch sei Dank - hoffentlich es uns weiter genießen lässt.
Das Lutherjahr wir gemeinsam mit der Zachäusgemeinde begingen,
ein Höhepunkt war die Ausstellung, in der tolle Kunstwerke hingen.
Fußspuren zu der Installation in den beiden Kirchen führten,
dort jeweils weiße Schuhe - als Platzhalter für die Christen fungierten.

Unsere Turmuhr - sie von Zeit zu Zeit einen Streich uns spielte,
dies man merkte - wenn man nach oben schielte,
mal ging sie vor, mal lag sie zurück,
das ist nun wirklich ein starkes Stück,
doch meistens die Zeiger sich richtig drehen,
was die Leute wirklich gerne sehen.
Ist wie mit der katholischen Kirche im großen wie im kleinen
zu fortschrittlich sagen die einen - zu konservativ, die anderen meinen,
ich denke Papst Franziskus steuert sie gut durch die Zeit,
spricht klare Worte und ist zum handeln bereit.
So können wir optimistisch nach vorne sehen
und gemeinsam unseren Weg mit Gottes Hilfe gehen.

Ganz kurz will ich zu guter Letzt auch noch was sagen
zu dem - was da beginnt in ein paar Tagen
bekanntlich ist es die Fastenzeit,
die uns für Ostern soll machen bereit.
Besinnen darauf, was Christ sein heißen kann und mag,
wie wir es leben - Tag für Tag.
Ich soll' mich intensiver üben
in Gott und auch den Nächsten lieben,
mal überdenken - was ich sage
über andere - so manche Tage.
Mal überlegen - wer kann Hilfe brauchen,
und nicht gleich wieder abzutauchen.

Vielleicht hilft mir auch der Verzicht
von manchen Dingen, die mir nicht
verhelfen zu erfülltem Leben,
das könnte ich versuchen zu reduzier'n oder aufzugeben.
Wenn wir uns solche Dinge merken,
so wird Gott selber uns bestärken
auf unsrem Weg durch diese Zeit
und Ostern ist dann nicht mehr weit.
Wo freudig wieder darf erklingen
das Halleluja, das wir singen.
Doch nun Ihr lieben Leut' - ich mach jetzt Schluss,
weil jede Red' mal enden muss.